Lots Angebot an die Sodomiter

Frage: Wie kann Gott so ein Angebot, das Lot in 1Mo 19,8 den Sodomitern machte, ungerichtet, ja sogar unkommentiert in sein Wort aufnehmen, und den Leser im ungewissen darüber lassen, ob Lot in seinem Sinne handelte? Was kann man entgegnen, wenn jemand diese Stelle als einen Beleg dafür nennt, dass die Bibel ein frauenfeindliches Bild zeichnet und den Eindruck vermittelt als wären Frauen gar nichts wert?

Antwort: Es gibt im Alten Testament unzählige Beispiele dafür, dass Gott Handlungen und Ereignisse beschreibt, ohne sie zu kommentieren oder zu bewerten. Als Beispiel nenne ich nur Richter 17 bis 21, wo schreckliche Sünden unter dem Volk Israel (dem auserwählten Volk Gottes!) beschrieben werden, ohne dass sie kommentiert werden.

Warum tut Gott das? In keinem Fall heißt Er das Böse gut. Wehe dem Menschen, der das tut (Jesaja 5,20)!

Ich glaube, dass einer der Gründe dafür ist, dass Gott uns zu aufmerksamen Bibellesern heranbilden will, die eifrig ihre Bibel lesen, damit sie gute Einsicht durch das beständige und sorgfältige Lesen empfangen. Es ist unsere Aufgabe, über schwierige Passagen nachzudenken, sie immer wieder zu lesen, im Gebet mit Gott darüber zu sprechen, und Ihn zu bitten, uns seine Gedanken zu offenbaren.

Wie Gott über Hurerei und Homosexualität denkt, wird an vielen Stellen (sowohl im AT als auch im NT) deutlich. Anhand dieser Stellen müssen wir dann das Handeln der Menschen beurteilen.

Lot hat unbedingt nicht im Sinne Gottes gehandelt. Es war schon überhaupt ein Fehler, dass er sich in Sodom befand. Er quälte seine gerechte Seele mit den Dingen, die er in Sodom sah, wurde aber andererseits von dem Denken der Menschen beeinflusst (2. Petrus 2,7). Daraus lernen wir, dass wir uns am besten so weit wie möglich vom Bösen fernhalten.

Werner Mücher

One thought on “Lots Angebot an die Sodomiter

  1. Indem Lot anbietet, seine beiden Töchter anstelle seiner Gäste auszuliefern, stellt er seine Pflichten als Gastgeber über seine Pflichten als Vater, und begeht so eine fatale Sünde, indem er einer Sünde mit einer anderen Sünde wehren möchte.
    Ein unglaublicher Vorschlag, selbst wenn er gedacht haben mag, dass die Sodomiter ihr Vorhaben dann aufgeben würden, weil seine beiden Töchter ja mit zwei von ihnen verlobt waren (siehe 1.Mose19,14).


    Die Bibel zeichnet durchaus kein frauenfeindliches Bild, aber sie berichtet schonungslos über die Sünden der Menschen, um uns einen Spiegel vor Augen zu halten.

    Wir dürfen nicht den Fehler machen, dass wir beim Lesen der Schrift Anleitungen und Mitteilungen verwechseln. Der erwähnte Vorfall ist keine Anleitung dafür wie man sich in solchen Fällen verhalten soll, sondern eine Mitteilung, die uns zeigt wie verfinstert unser natürlicher Verstand ist, und wohin es führt, wenn wir uns nicht in der Nähe Gottes aufhalten und seinem Wort erlauben unser Denken zu prägen.

    Dann sind solche Auswüchse die schreckliche Folge, von denen auch der Gerechte nicht sicher ist!


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